Charite

Hautlotse

Fragen an die Hautlotsen
Fragen und Antworten zu Aktinischen Keratosen und Hellem Hautkrebs

Wie unterscheide ich trockene Haut von Aktinischen Keratosen?
Aktinische Keratosen lassen sich mit Fettcreme nicht behandeln. Die Haut "verschlimmert" sich außerdem nach und nach. Sie Stellen fühlen sich leicht rau an, wie Sandpapier. Die Stellen werden im Laufe der Zeit immer größer und dicker. Aktinische Keratosen finden sich hauptsächlich an den sog. Sonnenterassen (Hände, Kopf, Dekollete). Trockene Haut dagegen auch an Stellen, die nicht direkt der Sonne ausgesetzt werden, wie Beinen, Armen, Ellenbogen, Knien, Stamm.

Sind Aktinische Keratosen Hautkrebs? Kann man an dieser Krebsform sterben?
Aktinische Keratosen sind die Frühform des hellen Hautkrebses (Plattenepithelkarzinom). Die Sterblichkeit ist gering, kann sich aber bei Bildung von Tochtergeschwülsten (Metastasen) erhöhen - die Bildung von Metastasen dauert aber üblicherweise einige Jahre. Der helle Hautkrebs sollte in jedem Fall behandelt werden da das Plattenepithelkarzinom in die Tiefe einwächst.

Muss man überhaupt noch schneiden, oder reicht cremen immer aus?
Wenn der Hautkrebs sehr weit entwickelt ist, müssen manchmal auch Therapien wie  Operation, Vereisung, Laser eingesetzt werden. In den meisten Fällen lassen sich aktinische Keratosen aber gut mit Gels, Cremes oder Salben behandeln.

Verursachen auch Solarien Aktinische Keratosen?
Solarien senden zu 99% UVA Licht aus und nur zu etwa 1% UVB. UVA ist für die Hautalterung verantwortlich, UVB für den Hautkrebs. Allerdings weiß man heute, dass auch hohe Mengen an UVA Hautkrebs verursachen können. Somit können Solarien durchaus Hautkrebs verursachen. In jedem Fall muss man wissen, dass Solarienbräune nicht vor Sonnenbrand schützt!

Schadet die Sonne auch ohne Sonnenbrand?
Auch langanhaltende UV-Strahlenbelastung ohne Sonnenbrände kann ausreichen, das Risiko für die Entstehung von Hellem Hautkrebs (Aktinische Keratosen, Plattenepithelkarzinomen und Basalzellkarzinomen) zu erhöhen. Schäden am Erbgut -sog. DNA-Schäden - treten bereits bei niedrigen UV-Dosen auf, welche deutlich unter denen liegen, die zur Auslösung eines Sonnenbrandes notwendig sind

Wenn ich braun bin, schadet die Sonne dann weniger?
Ja, wenn man vorgebräunt ist kann man länger in der Sonne bleiben. Je nachdem welchen Hauttyp man hat, wird mehr oder weniger viel so genanntes Melanin (Bräunungspigment) gebildet. Melanin wird in der Hornschicht der Haut eingelagert und schützt vor UVB Strahlen. UVA Strahlen kommen trotzdem durch. Diese Strahlen verursachen insbesondere die Hautalterung.

Wenn ich eine Sonnenpause einhalte: Erholt sich die Haut dann so weit, dass ich wieder länger in die Sonne gehen kann?
"Die Haut vergisst nicht: Jeder schwerwiegende Schaden in der Erbsubstanz der Haut bleibt gespeichert. "Leichte" Schäden können allerdings durch das eigene Immunsystem der Haut beseitigt werden. Wer allerdings einmal Hautkrebs hat, muss sich sein ganzes Leben vor der Sonne in acht nehmen und sollte nicht ungeschützt in die Sonne gehen.

Wie lange darf man in der Sonne bleiben?
Das kommt sehr auf den Hauttyp an. Bei Hauttyp 1 (blasse Haut, wenig Bräunung, schnelle Rötung nach dem Sonnenbaden) kommt es schon nach wenige Minuten zur Schädigung der Haut. Dunklere Hauttypen können auch mal 30 Minuten, teilweise sogar 90 Minuten ohne Schutz in der Sonne sein, ohne dass nachhaltige Schäden an der Haut bleiben.

 UV-Schutzmaßnahmen  UV-Schutzfaktor
 UV-Schutzkleidung  20-80 mal so lange
 Dichte Baumwollbekleidung  ca. 20
 Sonnenschutzcreme bei richtiger Anwendung  0-30
 Leichte Baumwollkleidung  ca. 10
 Schatten unter einem Baum  ca. 5-15
 Sonnenhut mit breitem Rand  ca.10
 Schatten unter einem Sonnenschutzschirm  ca. 5

Welche Kleidung schützt vor der Sonne?
Kleidung bietet keinen 100-%igen Sonnenschutz. Baumwoll-, Viskose- und Leinenkleidung schützen weniger gut als Nylon-, Wolle- und Seidekleidungsstücke. Den größten Sonnenschutz bietet Polyester. Jede Färbung der Textilien verbessert den Lichtschutz. Dunkle Farben schützen besser als helle. Wichtig ist dabei, dass die Farbe lichtecht ist. Kräftiges Grün und Rot sind am wirksamsten. Ein weißes T-Shirt aus Baumwolle hat beispielsweise einen LSF von etwa zehn. Es lässt 1/10 der UV-Strahlung durch und man kann 10-mal so lange in der Sonne sein, wie ohne Kleidung. Reduziert ist der UV-Schutz jedoch, wenn die Kleidung nass ist, sehr eng anliegt und im gedehnten Zustand.

Sollte man spezielle Kleidung kaufen?
Dichtgewebte Kleidungsstücke sind vergleichbar gut wie teurere Spezialkleidung